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Arzneimittelkonsum mal anders

Seit einigen Tagen ist ja jetzt von politischer Seite auch vom "Arzneimittelkonsum" die Rede.

Welch ein Hochgenuss, ein AT1-Blocker zu einem gut temperierten Riesling. Neuerdings kann man die Tablette teilen, dazu kann man Omas Tafelsilber endlich mal wieder verwenden.

Zu Clopidogrel würde eher ein alter Bordeaux passen. Vor dem Gardasil-Genuss vielleicht einen trockenen Sherry? Oder ein Portwein.
Generisches Bisoprolol geht auch mit Cola, aber bitte niemals aus der Dose.

Für Zwischendurch: Alendronsäure an 0,5 Liter Perrier. Nach dem Bäuerchen ein Schluck MCP in Obstler.

So sind sie halt, die Patienten. Immer ein bisschen auf Konsum bedacht.

Lactulose bitte - gerührt, nicht geschüttelt... Dazu vielleicht ein Likörwein.

Ich hätte da auch noch Sondenkost Jahrgang 2003 im Angebot, geschmacksneutral (biete ich besonders gerne an, weil ich sie zahlen soll). Einfach mit Muskatnuss würzen. Dazu würde ein kräftiger sizilianischer Rotwein passen.

Zur Statinen darf neuerdings auch Weisswein serviert werden, so streng ist man da nicht mehr. Bei den ACE-Hemmern gilt allerdings weiterhin: nur Rot erlaubt.

Sonst gilt: Mess-Stäbchen strikt nur zu asiatischen Gerichten. Hydrokolloidverbände sollte man übrigens ausreichend lange aufkochen und mit Soja abschmecken. Zieht sonst Fäden. Begleitung: Jahrgangs-Pepsinwein.

Nach teuren Parkinsonmitteln empfehlen wir Grappa - zum Nachspülen und gegen die Kopfschmerzen. Bei Immunsuppressiva empfehlen wir aus Kostengründen, die Tabletten vorsichtig über ein Nudelgericht zu hobeln. Das verstärkt den Geschmackseindruck und das Medikament reicht länger.

Konsum und Genuss. Ein Ruck geht durch das Land!

Herzliche Grüsse,

Ihr Institut

Mit freundlicher Genehmigung des Autors

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