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Telematik nach Art der Ärztekammer

Im Vorfeld des Ärztetages rührt die Bundeärztekammer fleissig die Werbetrommel für "Gesundheitskarte", e-health und Telematik. Dadurch wird ja bekanntlich alles besser, schneller und einfacher.

Im eigenen Haus sieht man das anders. Konservativer (um nicht "rückständiger" zu sagen).

Ende letzten Jahres forderte mich die Ärztekammer Nordrhein auf, meine freiwilligen Zwangsfortbildungsnachweise der Jahre 2004 bis 2007 einzureichen. Da die Dinger ohnehin auf meiner Festplatte lagerten, habe ich sie schnell gezippt, besser noch signiert und einfach per Mail an die Aekno geschickt.

Im Januar 2008 (!) bekam ich dann diese Nachricht:

Sehr geehrter Herr Dr. Proll,

Danke für Ihre E-mail vom 16.11.2007. Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass dieser E-mail im Datenformat beigefügten Nachweise in dieser Form nicht Ihrem Punktekonto zugefügt werden können.

Als Nachweis ist die Vorlage der einzelnen Teilnahmebescheinigungen in Kopie erforderlich. Wir dürfen Sie bitten, die Kopien der Teilnahmebescheinigungen für die Anerkennung der Fortbildungspunkte an die Ärztekammer Nordrhein, Abteilung Weiterbildung, Tersteegenstr. 9,40474 Düsseldorf zu senden.

Gerne stehen wir Ihnen bei Rückfragen auch telefonisch unter der u.g. Telefonnummer zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Frau Sowieso

Merkwürdig. Die Kopien hatte ich doch zugesandt. Was schreibt denn die Aekno dazu offiziell?

Die bisher in Papierform bescheinigten Punkte werden schrittweise dem elektronischen Punktekonto gutgeschrieben. In Papierform bescheinigte Punkte sollten nur als Kopien der Originalbelege gesammelt übermittelt und der Ärztekammer nicht als Einzelbelege zugeschickt werden.

Folgt man dem Link im o.a. Zitat zur Seite des gemeinen Bundesausschusses und sucht dort nach dem Stichwort "Fortbildungsnachweis", stößt man auf einen internen Serverfehler:

Oops!

Da habe ich dann nicht weiter gesucht.

Was ist eine Kopie? Nach Wikipedia handelt es sich um die Nachbildung oder Vervielfältigung von Dingen oder immaterieller Güter, beispielsweise um eine technisch hergestellte Kopie eines Dokumentes oder um die Vervielfältigung von Daten.

Heute habe ich mich dann daran gemacht, technisch hergestellte Kopien der verlangten Dokumente zu anzufertigen und sie von der digitalen wieder in die analoge Form zu transmogrifizieren. Das kostete mich eine Stunde Zeit, 97 DIN-A-4-Seiten, eine Unmenge Toner, haufenweise Kilowattstunden, einen riesigen Umschlag und massenhaft Porto. Demnächst darf ich dann noch 20 € an die Aekno abdrücken, damit die 367 Punkte auch tatsächlich meinem Konto gutgeschrieben werden.

Warum? Weil ich weder den abrupten Entzug meiner Zulassung, noch Einbußen beim Honorar riskieren will. Also habe ich in bravem Befehlsgehorsam einen Medienbruch begangen.

Bei der Aekno werden die Dinger dann zu Beweissicherungszwecken wieder eingescannt. Wetten?

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